Das große Trollen

oder: Warum wir dringend über Medienkompetenz reden müssen.

Netzpolitik.org hat gestern Abend einen Artikel über den Sicherheitstest des BSI online gestellt. Beziehungsweise geht es eigentlich darum, dass das BSI wohl irgendwie nicht so richtig damit gerechnet hat, dass da wirklich (großflächig) drauf zugegriffen wird und dass die Seite temporär not available war/ist. BSI halt. Spezialspezialisten.

So weit, so unspektakulär.

Nun kommt in der Überschrift allerdings die exakte URL der (nicht erreichbaren) BSI-Seite vor („sicherheitstest.bsi.de“).

Und wenn wir mal davon ausgehen, dass viele Menschen von besagtem Sicherheitstest aus der Zeitung erfahren (das ist dieses tote, bedruckte Holz) und somit Google nach dem Test befragen („Sicherheitstest + BSI“), erhalten sie als ersten(!), erreichbaren(!!) Treffer nunmal den Artikel von Netzpolitik.

Nun sind aber (anscheinend?) jede Menge #Neuland-Bewohner (trotz Zeitung) nicht unbedingt die belesensten Menschen und mit der Medienkompetenz scheint es (leider) auch nicht allzu weit her zu sein, denn wenn man sich die Kommentare unter dem Artikel ansieht, offenbart sich einem folgendes:

netzpolitik

Und das ist jetzt nur ein willkürlich herausgegriffener Mini-Teil, der z.Zt. über 150 Kommentare, von denen die überwältigende Mehrheit a) diesen Inhalt in minimaler Abweichung aufweist; und b) NICHTS mit dem kommentierten Artikel zu tun hat.

Ich will mich da nicht drüber lustig machen. Es zeigt nämlich viel zu deutlich (wenngleich hoffentlich nicht repräsentativ) auf, wie schlecht es um die Medienkompetenz in diesem Land bestellt ist.

Es ist kein Wunder, dass es außerhalb der Netzgemeinde keinen ernsthaften #Aufschrei zwecks NSA et.al. gab, wenn man dieses vergleichsweise harmlose Beispiel hier mal überfliegt.

Denn sie wissen nicht was sie tun…

Mir fällt auch ehrlich gesagt nichts ein, wie man diese Menschen mitnehmen kann. Wie man sie aufklären und sensibilisieren kann.

Genau das wird aber notwendig sein, um Überwachung, anlassloser VDS und was da noch alles kommen wird entgegen treten zu können.

Und das macht mir ehrlich Bauchschmerzen…

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Ein Gedanke zu “Das große Trollen

  1. Eine Möglichkeit wäre eine Initiative der Volkshochschulen entsprechende Unterweisungen in jeden Yoga- und NordicWalking-Kurs mit einzubinden. Das löst nicht alle Probleme, aber es wäre ein Ansatz. Wie das in der Praxis aussehen soll habe ich auch keine Ahnung.

    Dagegen sehe ich praktische Wege in Sendereihen wie Rote Rosen oder Pilcher-Filmen ein edukatives Element einzubauen, bei dem ein Protagonist nicht nur einen Computer nutzt, sondern das Vorgehen erklärt bekommt und so stellvertretende Wissensvermittlung stattfindet. Die Leute schauen sich jetzt schon bei CSI hervorragend forensische Techniken ab, dann sollte anderer Wissenstransfer genauso gut klappen.

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