Gebrauchsanleitung für die Vermischung der Arbeits- und Privatwelt

Disclaimer: Aufgrund der extremen Häufung in letzter Zeit, muss ich leider mal einen Rant loswerden. Wer sich auf den Schlips getreten fühlt, sollte im Spiegel nachsehen, ob der Knoten nicht vielleicht doch etwas locker sitzt. Sollte ich jemandem (in Zukunft) einen Link zu diesem Beitrag geschickt haben, beglückwünsche ich ihn hiermit dazu, mich in außergewöhnlicher Weise genervt zu haben. Wahrscheinlich habt ihr mich im Winter, bei der Beobachtung eines Apfelbaums auf 10km Entfernung gefragt, ob da was dran sein könnte. Falls Ja: Bitte doppelt aufmerksam lesen.

Ich bin gerade trotz Urlaub von der Arbeit genervt.

Und das Schlimme daran ist: Es hat nicht im Geringsten was mit der Arbeit zu tun!

Ich helfe meinen Freunden, Bekannten, der Familie und allen sonstigen Sozialkontakten ja wirklich gerne. Ehrlich. Wenn ich was tun kann, bin ich im Normalfall der Letzte der Nein sagt.

Schwierig wird es aber immer oft manchmal wenn sich die Privatwelt und die Arbeitswelt vermischen.

Ich bin mir recht sicher, dass das keiner mit Absicht macht. Aber hier nochmal zur Sicherheit:

  1. ich arbeite nicht 24/7
  2. ich arbeite nicht sonntags
  3. ich arbeite nicht, wenn ich Urlaub habe
  4. hört mir verdammt nochmal zu, wenn ihr keine Ahnung habt und mich deswegen nach Rat fragt
  5. seid höflich
  6. reagiert nicht wie ein Loser

Punkt 1. ist – so denke ich – selbsterklärend. Ich hab‘ kein Problem damit, wenn man mir mal eine Frage stellt. Von mir aus nehme ich in meiner Freizeit sogar mal eine Bestellung entgegen, aber dann ist es auch wieder gut. Da ich Wechselschichten fahre, bin ich hier sogar noch bereit zu akzeptieren, dass niemand wissen muss(!) wann ich jetzt genau arbeite und wann nicht, aber meine Privatnummer ist meine Privatnummer ist meine Privatnummer. Überspannt bitte den Bogen nicht. Ich schrecke schon lange nicht mehr davor zurück zu blockieren.

Punkt 2. –> einfach Nein! Kommt bitte gar nicht erst auf die Idee, vor allem ab jetzt nicht (mehr). Finger weg.

Bei Punkt 3. verhält es sich ähnlich wie bei Punkt1.: Ich kann nicht erwarten, dass alle wissen wann ich Urlaub habe (und das ist sogar gut so) und ich beantworte auch hier gerne mal eine Frage. Aber spätestens wenn ihr mich morgens was fragt und dann mittags wieder und abends nochmal… und noch dazu jedesmal dasselbe… nun, dann erwartet keine Nachsicht, wenn ich irgendwann genervt bin!

Punkt 4. ist der häufigste Halsschlagaderanschwellgrund. Es ist völlig OK wenn ihr von der Materie keine Ahnung habt und deshalb nachfragt. Wie gesagt, ich bin im Normalfall immer bereit euch zu helfen. Aber dann lasst euch auch helfen und macht euch Gedanken über das Gesagte. Macht eure Hausaufgaben, wenn ich euch schon die Formeln dazu vorkaue. Immer erst den Kopf benutzen, dann die Tastatur / den Ziffernblock / den Touchscreen.

Punkt 5. ist bei weitem nicht so selbstverständlich wie er vielleicht klingt. Verwendet ein „Danke für deine Mühe“ oder was auch immer, wertschätzt, dass hier jemand in seiner fucking Freizeit EUER Problem unentgeltlich und gerne löst. Um ehrlich zu sein, ist Höflichkeit aber auch zweitrangig, wenn ihr wenigstens alle anderen Punkte beachtet. Sie erhöht lediglich die Wahrscheinlichkeit, dass ich auch in Zukunft wieder helfe.

Punkt 6. tritt eigentlich nur dann ein, wenn man sich einen der anderen Punkte geleistet hat und sich aufgrund meiner Reaktion furchtbar ungerecht behandelt fühlt. Es ist in diesem Fall keinesfalls hilfreich damit zu drohen die Luft anzuhalten, die Klobrille nicht mehr runterzuklappen, oder anderweitig beleidigt zu sein. Auch wenn es sich in diesem Moment vielleicht nicht so anfühlt: Egal wie grob ich euch ab- oder hierher verweise, könnt ihr trotzdem drauf wetten, dass mir was an euch liegt. Ignorieren wäre einfacher :) Denkt drüber nach und heult nicht rum. Ihr wollt nicht wie ein Baby behandelt werden, also verhaltet euch auch nicht so.

tl;dr: Ich arbeite nicht 24/7, ich bin nicht selbstständig, ich verdiene nichts an euren Bestellungen, mein Chef bekommt davon nichts mit, meine Mühe ist für euch kosten- aber nicht sinnlos.

Wenn ich mir diese Mühe gebe, tue ich das gerne, freiwillig und nicht in Erwartung einer Gegenleistung. Ich freue mich sogar, wenn ihr euch freut, weil euer Projekt jetzt funktioniert.

Alles was ich von euch erwarte, ist: Respektiert, dass auch ich Freizeit habe. So wie ich eure Freizeit respektiere.

Und wenn ihr euch unsicher seid: Fragt wegen den Risiken und Nebenwirkungen einfach mich.

Außer sonntags.

Advertisements

Senf abgeben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s