Forever friendzoned

Saarbrücken – Berlin – Wien – Bratislava – Wien – Salzburg – Saarbrücken

Ticketmäßig sieht das (für vier Tage) ungefähr so aus, wenn man keinem Masterplan folgt:

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Es geht nicht darum alles möglichst genau zu strukturieren. Es gibt kein Ziel, dem man stur entgegenläuft. Es gibt eigentlich noch nicht mal einen vorgegebenen Weg. (bis zum schlußendlich letzten Tag in Wien hatte ich keine Ahnung wann und wie ich wohin reise)

Zum wunderschönen, aufregenden und extrem abwechslungsreichen Wien gibt es eigentlich nicht viel zu schreiben, was nicht schon an -n anderen Stellen im Netz zu finden ist. Einfach eine tolle lebendige Stadt, die alles – aber auch wirklich alles – bietet. Berlin ist eben Berlin und Salzburg hat mich auch nicht eben vom Hocker gehauen. Lag vielleicht am Wetter und/oder den unzähligen Baustellen (Festspiele?). Teilweise sehr schmuck, teilweise absolut austauschbar. Für einen Tag oder wenn man – wie ich – eh auf der Durchreise ist, aber durchaus empfehlenswert.

Salzburg

Irgendwo in Salzburg (rechts oben die Festung)

Stadtmitte am Fluss

Stadtmitte am Fluss

Aufmerksamen Lesern/Zuhörern wird aufgefallen sein, dass eigentlich auch Budapest ‚eingeplant‘ war. Es hat sich aber einfach nicht mehr ergeben. An dem Tag an dem wir Zeit hatten, gab es keine vernünftigen Verbindungen. Und dann wurde aus Budapest eben Bratislava. So what?! War auch ein Erlebnis. Die Lage direkt an der Donau, die skurril alten Oberleitungsbusse, der bizarre Hauptbahnhof, die Altstadt mit ihrer Abwechslung zwischen vielen kleinen, verwinkelten Kopfsteinpflastergassen, Gaslaternen und dann auf einmal wieder extrem weitläufigen, sorgsam herausgeputzten Plätzen, die Burg über der Stadt…  all das hat einen sehr, sehr eigenen und durchaus erlebenswerten Charme.

Man wandelt irgendwie ständig zwischen südländischem Flair und spätsozialistischem Monumentalstil. Zwischen Schönheit und Tristesse. Zwischen Menschen die sich bereit machen und zwischen Menschen die sich ihrem Schicksal ergeben.

Eine Stadt in der Friendzone. Sinnbildlich für die ganze Tour. Vielleicht auch sinnbildlich für mich.

Spätestens auf der Fahrt von Wien nach Salzburg, habe ich wieder gemerkt, dass ich keinen großen Abstand zu den Dingen habe, die so passieren. Ich erinnere mich manchmal selbst an einen Fußballfan, der auf den Platz läuft und wild gestikulierend einen Spieler des Gegners beschimpft. Das Leben ist wie ein Spiel, indem mein ‚Team‘ gleichzeitig gegen und mit dem Rest der Welt spielt. Und auch wenn ich das alles wie ein Besessener verfolge, bin und bleibe ich trotzdem nur ein Fan. Einer der Ratschläge erteilt, die keiner hören will. Gerade weil ich eben nur Fan bin. Und nicht der Kapitän des Teams. Und wie allen Fans meines Schlags, bleibt mir eben als letzte Möglichkeit nur übrig, auf den Platz zu rennen und Rabatz zu machen – um dann unter dem Gelächter des Publikums vom Spielfeld geschleift zu werden.

Wenn ich dennoch am Ende sagen kann, dass alles gut angefangen und irgendwie trotzdem Spaß gemacht hat, reicht mir das auch. Ich möchte mein Leben nicht in vorgefertigten Punkten vor mir ausgebreitet sehen und diese nach und nach abhaken. Ich will einfach nur nach vorne blicken und möglichst wenig zurück. Und manchmal nach oben in den Himmel. Ein bißchen blau, ein bißchen grau, manchmal Regen und manchmal ein Stückchen vom Sonnenschein. Das reicht zum glücklich sein.

Vielleicht sind die Eindrücke die ich aus dieser Tour behalte mein Achtel vom Lorbeerblatt, das Reinhard Mey einst besang. Den Klang der Hoffnung und den Klang des Durchhaltens aus diesen ganzen verschiedenen Städten im Ohr.

Und hinter all dem das monotone Ampel-Knacken, der einsame Klang vergehender Zeit, in der langen Wiener Nacht…

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