SV Auersmacher IV – SV Sitterswald II 10:1 (6:0)

Kennt jemand die Rapid-Viertelstunde?

Beim 32-fachen österreichischen Meister (und einmaligem deutschen Pokalsieger) haben diese letzten 15 Minuten vor Abpfiff eine lange Tradition. Man sagt, dass die Mannschaft vor allem durch ihre Kampfstärke und oftmals überlegene Kondition in der Schlussviertelstunde noch so manches bereits verloren geglaubte Spiel umbiegen konnte.

Im Fall der vierten Mannschaft kann der geneigte Bastelfreund die Uhr einmal spiegeln, um zu verstehen worauf ich hinaus will. Oder weiterlesen.

Im sechsten Spiel in Folge fiel die Auersmacher Führung in der Anfangsviertelstunde. Genau genommen war das Derby bereits nach 13 Minuten entschieden. Christoph Palz, Nils Gola, Michael Krauser und Peter Jungmann hatten eine beruhigende 4:0 Führung herausgeschossen, die in den folgenden 10 Minuten noch von Dirk Boch und abermals Peter Jungmann (per Elfmeter) auf 6:0 ausgebaut wurde. Gerade in diesem ersten Drittel des Spiels waren wir – ohne Übertreibung oder gar Herabwürdigung des Gegners – mindestens eine Klasse besser.

Das Problem bei solchen Führungen ist dann ja aber gelegentlich, dass man sich dem Wochentag anpasst und spazieren geht. Wir haben ziemlich exakt das komplette zweite Drittel des Spiels dadurch aus der Hand gegeben. Ballverluste im Mittelfeld, zu wenig nachgerückt um weiterhin Druck auszuüben, zu passiv in der Rückwärtsbewegung… aus einer solchen Tiefschlafphase resultierte dann auch in der 59. Minute der einzige Gegentreffer des Tages.

Immerhin waren wir danach aber wieder wach und bis zur 77. Minute fielen noch vier weitere Tore für grün-weiß (zwei davon unter Urheberschaft der Sitterswalder). Kai Lindner erzielte nach Vorarbeit von Philipp Mathis, das 7:1, und das 9:1 durch Philipp Thiel verdient sich die Marke ‚Tor des Monats‘. Gut 25 Meter halbrechts vor des Gegners Gehäuse Maß genommen und den Ball mit dem Aussenrist (!) im hohen Bogen unhaltbar ins lange Eck gestreichelt. Virtuoses Ding. Oder schlicht: galaktisch.

Fazit: Ein 10:1 im Derby ist sicher kein Ergebnis für das man sich schämen muss. Und die Leerlaufphase in der Mitte des Spiels ist zwar ärgerlich, aber im Gesamtbild trotzdem noch nicht mal ein Haar in der Suppe. Unser Defensivverhalten (von allen 11) klappt gut und bildet nach wie vor die Grundlage unseres Spiels. Das Angriffs- und Konterspiel das darauf aufbaut, funktioniert in den allermeisten Fällen tadellos, auch wenn nicht immer was zählbares dabei herausspringt.  Muss ja auch nicht sein, denn, seien wir ehrlich: Wenn wir jedes Ding reinmachen würden, müssten wir samstags in der Saarlandliga auflaufen – und zwischendurch auch mal trainieren. Und das kann ja nun wirklich niemand wollen, oder? ;)

Es spielten: Tim Franz – Dirk Hoffmann – Michael Krauser – Ramon Bachmann – Klaus Thiel – Sebastian Thiel – Kai Lindner – Christoph Palz – Nils Gola – Peter Jungmann – Dirk Boch – Philipp Mathis – Mohammed Abbas

Tore: 1:0 Christoph Palz (3.), 2:0 Nils Gola (9.), 3:0 Michael Krauser (12.), 4:0 Peter Jungmann (13.), 5:0 Dirk Boch (24.), 6:0 Peter Jungmann (26.), 6:1 (59.), 7:1 Kai Lindner (62.), 8:1 Eigentor (69.), 9:1 Philipp Thiel (72.), 10:1 Eigentor (77.)

PS: Im Jahre 2011 versuchte der Rapid Wien Fanclub ‚Grün-Weiße Akademiker‘ die Rapid-Viertelstunde bei der UNESCO als immaterielles Kulturerbe Österreichs aufnehmen zu lassen.  Hat nicht geklappt. Aber falls es jemand für die Anfangsviertelstunde der Vierten probieren mag: die Frist läuft bis zum 31. März.

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