What to read next?

Da sich in letzter Zeit wieder einige fertig gelesene Bücher angesammelt haben, möchte ich ausnahmsweises meinem Bildungsauftrag nachkommen und euch das ein oder andere davon vorstellen ;)

Vielleicht wird das hier also eine neue Rubrik. Genau so gut kann es aber auch sein, dass es ein einzelner Beitrag bleibt. Wie immer eben, ich brauche ja auch noch Zeit um zu lesen und – ab und zu auch – um zwischenmenschliche Kontakte aufrecht zu erhalten. Real Life und so. Wisst schon.

Jedenfalls hat ein Beitrag von Kris Köhntopp auf Google+ mich auf Marc Ellsbergs >>BLACKOUT – Morgen ist es zu spät<< aufmerksam gemacht.

Zum Einstieg rekapituliere ich mal meinen bisherigen Tagesverlauf: Der Funkwecker zeigte mir an, dass es eigentlich noch viel zu früh zum Aufstehen ist, aber was soll’s. Der folgende obligatorische Gang in’s Badezimmer dürfte jedem bekannt vorkommen, die Kaffeemaschine nahm mir mit ihrem Erzeugnis das zombiehafte aus den Gliedern, das Licht im Keller bewahrte mich davor die Treppe runterzufallen (hatte keinen O-Saft mehr im Kühlschrank in der Küche), der Handyakku schrie nach Fütterung und auch der Laptop hatte nichts gegen Frühstück einzuwenden. 15% reichen dem Berglöwen nicht für einen Beitrag am Sonntagmorgen.  Die Musikanlage läuft mittlerweile ebenfalls und ohne funktionierende Internetverbindung könnte ich weder verlinken, noch veröffentlichen.

Mich fasziniert das Thema: Wie abhängig sind wir von Elektrizität?

Marc Ellsberg zeichnet auf 800 Seiten ein sehr realistisches Katastrophenszenario, das weite Teile Europas und (später) auch die USA durch eben einen Blackout ins Chaos stürzt, weil (unter anderem) die Verteilungsnetze der Stromversorger zusammenbrechen. Anfangs lassen sich ausgefallenen Ampelsystemen und fehlendem Licht noch durchaus romantische Züge abgewinnen (Wein bei Kerzenschein ist ja durchaus nicht zu verachten). Aber dabei bleibt es natürlich nicht. Krankenhäuser sind nicht ‚auf ewig‘ mit Notstrom ausgerüstet, Supermärkte sowieso nicht, Geldautomaten haben ein gewisses Elektrizitätsbedürfnis, Tankstellen ebenfalls, moderne Kommunikationsmittel lieben Steckdosen, und auch unsere Hygieneeinrichtungen sind nicht energieautark…

Erschwerend kommt hinzu, dass die Jahreszeit in der die Geschichte spielt nicht gerade mit den derzeitigen Temperaturen übereinstimmt und dass die Bevölkerung mit der Zeit natürlich – sagen wir’s diplomatisch – ein bißchen ‚ungeschmeidig‘ wird. Schonmal drüber nachgedacht, was bei einem Stromausfall >5 Tage passiert? Passieren könnte?

Ich will gar nicht zu weit vorgreifen oder gar spoilern. Aber ich denke ich muss nicht erwähnen, dass all das natürlich auch kein Zufall ist.

Das Buch wechselt oft die Örtlichkeiten und handelnden Person, was der Story, wie ich finde, eine ganz eigene Dynamik verleiht. Anfangs ist das etwas verwirrend, aber mit jeder weiteren gelesenen Seite, fühlte ich mich näher an den gänzlich unterschiedlichen Protagonisten dran (Hacker, Polizisten, Politiker, Journalisten, ‚Normalbürger‘,etc.). Es ist spannend ohne Effekthascherei zu betreiben. Action im eigentlichen Sinne („Äktschn!“) spielt nur eine Nebenrolle. Und das ist auch gut so. Speziell technikaffine Leser kommen voll auf ihre Kosten, was aber nicht heißen soll, dass das Buche ohne entsprechende Vorkenntnisse ein spanisches Dorf wäre (behaupte ich jetzt einfach mal). Wenn man teilweise in der (realen) Materie drin ist, sind manche Beschreibungen erschreckend realistisch. Darüber hinaus kommen reale Unternehmensnamen ebenso vor, wie Bezug auf reale Katastrophen in der kürzlichen Vergangenheit genommen wird (Fukushima, z.B.), was nochmal zusätzlich (positiv) zur Atmosphäre beiträgt.

Alles in allem komme ich also nicht umhin eine absolute Leseempfehlung auszusprechen.

Kauft euch das Buch, wenn ich euch ein bißchen Lust darauf machen konnte. Ihr werdet es nicht bereuen.

Oder bringt mir Kerzen und 4 AA-Batterien (für den GameBoy) vorbei, dann leihe ich euch meins vielleicht sogar aus ;)

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6 Gedanken zu “What to read next?

  1. Außer deinen Kommentaren über dein Leben, was mich persönlich eher langweilt und nicht dazu verleit hier weiter zu lesen, fand ich deine „Rezension“ etwas informationsleer.
    Ab und zu ein Detail zu schreiben ist doch gar nicht schlimm und wenn Du dann spoilerst dann machst n dicken Spoileralarm dran :D
    Eigentlich ist eine Rezension schon ein Spoiler.

    Ich bräuchte echt mehr Infos wenn ich mir das Buch anschaffen sollte.

    Gruß

    • Ok ;) Du hast durchaus Recht, das kann ich alles nicht abstreiten. Ich dachte halt, dass es so ausreicht und hinter den beiden Links verstecken sich ja auch noch ein paar weitere inhaltliche Infos zum Buch. Ich hab‘ das heute – nach dem fertig lesen – auch nur auf die Schnelle getextet, weil mir die Story echt gefallen hat. Hab‘ ich vorher noch nie gemacht.

      Die ‚Kritik‘ kam jedenfalls an, ich werde das beim nächsten Mal versuchen zu verbessern, mir mehr Zeit dafür nehmen und etwas mehr spoilern :)

      Danke jedenfalls für das Feedback, ist immer gerne gesehen.

      Gruß

  2. Lieber Berdi,

    ich bin ja bekanntermaßen von der kritiklosen Fraktion, daher auch zu der Buchempfehlung nur ein kurzes „hmmm, ja, klingt durchaus interessant“.

    Anders als mein Vorredner fand ich grad die Zeilen zu deinem Tagesbeginn ganz und garnicht langweilig.
    Warum? Weil ich persönlich es als unterhaltsam empfinde, zu lesen, wie’s andere so halten.
    Wochenendtage starte ich stets mit Nuttenfrühstück (Coffee + Cigarettes).
    Die Woche über gibt’s bei mir morgens Trennkost:
    Erst drei Kippen, dann 2 Kaffee ab Ankunft im Büro (ja, und dann wieder… weißt schon). Gefrühstückt wird in der Mittagspause – dann dürfens auch schon mal 2 Teeeier sein ;)

    Grüße

    • Klar, bevor ich mir ein Buch in die Hand nehme, nehme ich erst mal meine Frau zur Hand :)
      Nach der Frau überlege ich mir, ob ich doch den Tag nicht anders beginnen sollte.
      Kaffe + Kippe ist ja ein Muss, dann noch Buch, das verkraften meine Augen nicht mehr ;)
      Das war unterhaltsam, jedenfalls für mich ;)

      Gruß an den Privatsphärenschnüffler ;)

      Ich mach hier keine Kritik, das war eher Feedback von mir.
      Jeder ist anders, der andere möchte gerne wissen was du so machst, der andere eher mehr über das Buch :)
      Jeder Alltag ist langweilig, es sei denn du entdeckst gerade was neues, z.B. wie wir zu anderen Galaxien fliegen könnten ohne gleich an Altersschwäche zu sterben ;)
      Wenn das so ist – erzähl weiter! ;)

      Wenn du willst, kannst mich gerne mit Kritik zuballern ;) Zuvor noch „Etwas über…“ lesen.

      Lieben Gruß und kein Verdruss ;)
      Gregor

      • So, jetzt kann ich auch wieder kommentieren (ganzen Tag unterwegs gewesen, war aber eher nicht berichtenswert^^)

        Jetzt wo ich eure Kommentare lese, fällt mir auf, dass ich die morgendliche Kippe in meiner Aufzählung doch tatsächlich unterschlagen habe, weil ich (fälschlicherweise) annahm, dass ich dafür keine Elektrizität brauche. Aber das trifft ja nur zu, wenn ich bereits welche habe. Beim Blackout hätte ich spätestens ab dem dritten Tag also doch ein weiteres Problem. (Notiz an mich: Notvorrat anlegen!)

        Das Thema ‚Tagesbeginn‘ ist wohl wirklich einfach Geschmackssache. Ich werde versuchen, in zukünftigen Beiträgen (themenunabhängig) eine gesunde Balance zwischen Information und auflockerndem Füllmaterial zu finden.
        Mit wirklichen Weltneuheiten werde ich da vermutlich nie dienen können, aber wer weiß, vielleicht passiert ja doch noch irgendwann was hochtrabendes im beschaulichen Auersmacher ;)

        Wie gesagt, ich bin grundsätzlich für jedes Feedback, konstruktive Kritik, usw., dankbar. Immer her damit. Ich versuche nach Möglichkeit die Anregungen einzubauen.

        Und jetzt gönne ich mir ein Pils.

        Prost ;)

        • Ich hab nichts dagegen wenn Du über deinen Alltag schreibst, dann mach es wenigstens nicht so langweilig, wenigstens in meinen Augen.
          Du bist doch ein Kerl, also schreib wie einer ;)

          Gruß

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