SVG Quierschied III – SV Auersmacher IV 2:7 (1:3)

Woran merkt eigentlich der gemeine Viertmannschaftsspieler, dass er alt wird?

Wenn er den eigenen Vater schon in der legendären „Ungeschlagen“-Meistersaison der dritten Mannschaft (94/95) kicken sah und nun plötzlich selbst wieder mit ihm – bei den Galaktischen – auf dem Platz steht. Keine Ahnung warum, aber genau diese Frage habe ich mir in der 56. Minute des heutigen Spiels gestellt.

Aber fangen wir vorne an, Ordnung muss schließlich sein.

Sonntagmorgen. 11 Uhr 45. Längst in Pension befindliche, ehemalige Mitarbeiter der Deutschen Bahn, fachsimpeln beim Frühschoppen in geselliger Runde darüber, wer mal der nächste Jonas Hector beim SVA werden könnte. Minderjährige Dorfschönheiten sondieren die Lage am Ruppertshof und träumen von der großen Karriere. Als Spielerfrau. Allsonntägliche Rituale, die der gemeine Kreisliga-B-Spieler mittlerweile mit der Gelassenheit eines Lionel Messi nickend zur Kenntnis nimmt.

12 Uhr 30. Warmmachen. Der Gegner wirkt professionell. Sprints in Zweier-Formation, Torschuss, alles sehr geschlossen. Ein Informant trägt uns zu, dass bei denen „diese Woche 23 Spieler im Training waren“. Nun ja, wir waren zu acht und verschnaufen jetzt erstmal…

Gehen wir mal rein ins Spiel. Eine komplett neue Defensive um Libero Sebastian Thiel musste heute aufgrund diverser Ausfälle den Laden zusammen halten und – das darf man bereits erwähnen – sie haben ihre Aufgabe(n) absolut erfüllt.

Die erste Aktion oblag aber, wie in bisher jedem Spiel, unserem Offensiv-Part der von Kapitän Carlos Metz angeführt wurde. In der 10. Minute flankte Debütant Michael Krauser einen punktgenauen Ball vom rechten Strafraumeck zum am 5-Meterraum positionierten Peter Jungmann und dieser markierte gekonnt das 0:1.

Drei Minuten später wackelte nach einem eigentlich bereits geklärten Konter des Gegners unser eigenes Netz bedenklich und man musste kollektiv feststellen, dass es irgendwie nun doch wieder 0:0 stand. Oder halt 1:1. Darauf hat der Unparteiische jedenfalls bestanden. Weitere fünf Minuten später erhielt Quierschied einen durchaus berechtigten Strafstoß, der allerdings auch nach der Ausführung nichts am Spielstand ändern sollte.

Nach gut einer halben Stunde Spielzeit war es dann Nils Gola, der nach einer Freistoß-Flanke von der linken Seite den Ball zu Christoph Palz köpfte und dieser uns erneut in Führung brachte. 1:2. Kurz nach dem Anstoß der Gegner erhielten wir einen Freistoß in aussichtsreicher Position. Peter Jungmann legte sich die Kugel zurecht, nahm Maß, lief an, schoss, Michael Krauser fälschte unhaltbar ab und der SVA 4 ging mit einer beruhigenden 1:3 Führung in die wohlverdiente Pause.

Nach Wiederanpfiff entwickelte sich nun nicht (wie sonst üblich) ein ausgeglichenes Spiel, sondern wir spielten munter weiter nach vorne. Bereits in der 48. Minute wurde dieser Einsatz belohnt, nach schönem Querpass von Peter Jungmann vollstreckte Carlos Metz zum bereits vorentscheidenden 1:4 für grün-weiß. In der 56. Minute war erneut Jubel angesagt, als sich Michael Heinrich auf der rechten Seite durchtankte, in die Mitte zog und nach einem dortigen Pressschlag dann Nils Gola gedanken- und handlungsschnell zur Stelle war, um das 1:5 aus ca. 16 Metern Entfernung zu erzielen.

Kurz darauf führte dann zwar eine weitere (kleine) Unachtsamkeit zum zweiten Treffer der Gastgeber, aber – seien wir ehrlich – heute konnte uns das nicht wirklich aus dem Konzept bringen. 2:5. Was soll’s.

Nichtsdestotrotz hatten wir nun eine kleine Schwächephase zu überstehen, die aber in erster Linie den sommerlich warmen Temperaturen und den doch eher geringen Wechselmöglichkeiten geschuldet waren. Da muss man nicht mit hadern, sondern sich damit arrangieren. Und das haben wir getan. Spätestens in der 81. Minute wieder mit Erfolg. Freistoß in aussichtsreicher Position. Nils Gola läuft an, springt über den Ball und sucht den Weg an der Mauer vorbei, während ihm Peter Jungmann gekonnt in den Lauf passt, Nils passt in die Mitte, dort steht Michael Krauser und  – sagen wir es gemeinsam – „zwei zu SECHS“! Geile Variante, Heiko-Lehmann-Gedächtnis-Freistoß!

Kurz vor dem Schlusspfiff machte dann Christoph Palz noch sein Meisterstück. Nach einem schönen Solo über außen, erspähte er den im Strafraum positionierten Ramon Bachmann, flankte überlegte und ermöglichte so dem unermüdlichen Defensivrecken den Schlusspunkt. 2:7. Abpfiff.

Was besonders positiv auffiel heute: Es ging immer weiter UND es ging immer nach vorne. Der Ball wurde nicht ohne Raumgewinn ‚unnötig‘ hin- und hergespielt, sondern immer wieder der schnelle Weg nach vorne eingeschlagen. Der besser postierte Mitspieler wurde gesucht. Wir haben nicht versucht Fehler zu vermeiden, sondern wir haben versucht welche zu erzwingen. Daraus resultierten massig Torszenen und wirklich schöne Offensivaktionen. Das Ergebnis ist unser Zeuge. Und die anwesenden Fans natürlich auch ;)

Besonderer Dank geht heute noch an Moritz Knott, der mir die beste Spielstatistik aller Zeiten zur Verfügung gestellt hat, damit die Zahlen die ich hier so hinschreibe auch mal stimmen*. Merci beaucoup, Moritz!

Es spielten: Tim Franz – Joel Brach – Michael Heinrich – Mathias Brocker – Sebastian Thiel – Ramon Bachmann – Michael Krauser – Christoph Palz – Nils Gola – Peter Jungmann – Carlos Metz – Thomas Franz – Alf Knott

Tore: 0:1 Peter Jungmann (10.), 1:1 (13.), 1:2 Christoph Palz (31.), 1:3 Michael Krauser (33.), 1:4 Carlos Metz (48.), 1:5 Nils Gola (56.), 2:5 (63.), 2:6 Michael Krauser (81.), 2:7 Ramon Bachmann (90.)

*letzte Woche hatte ich behauptet Quierschied sei Tabellenführer. Das war dann doch eher schludrig recherchiert. Tabellenführer war zu diesem Zeitpunkt die SG Fischbach/Göttelborn III. Mea culpa.

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