TuS Herrensohr III – SV Auersmacher IV

Kurz nach dem Aufwachen sagte mein Handy noch Sonnenschein für den heutigen Sonntagsausflug voraus. Einen Kaffee und einen Blick aus dem Fenster später, hatte ich nicht unbedingt das Gefühl, dass es Recht behalten sollte.

Das Spiel in Herrensohr begann, wie alle Spiele beginnen. Keine Blutgrätsche, kein Seitfallzieher, kein Hackentrick. Einfach nur Anstoß. Grauer Alltag eben. Farblich passend dazu: der Herrensohrer Spätsommer-Himmel.

Wir spielten gewohnt forsch in Richtung des gegnerischen Gehäuses und hatten bereits nach 5 Minuten zum ersten Mal Grund zum jubeln. Christian Hoffsteter stand goldrichtig am langen Pfosten und nagelte den Ball in die Maschen. 0:1 für grün-weiß.

In der Folge kontrollierten wir das Spiel weitgehend, zwangen den Gegner immer wieder zu Fehlpässen, konnten aber nichts zählbares aus den daraus resultierenden Chancen mitnehmen. Bis in der 30. Minute dann erneut Christian Hoffsteter da stand wo ein 9er eben stehen muss und unsere Führung um einen Zähler nach oben schraubte. 0:2. Sonnenschein. Nie mehr Zweifel an der Handy-Wettervorhersage?

Naja: Ich habe ja, im Gegensatz zu vielen anderen, keinen Fernkurs in „Körpersprache deuten“ belegt, aber ich möchte an dieser Stelle trotzdem eine kleine Analyse einfließen lassen. Nachdem wir nun mit zwei Toren in Front lagen, der Gegner mit dem Unparteiischen haderte, die Sonne schien und auch ansonsten eigentlich alles für uns lief – stellten wir das Fußball spielen ein. Und bauten den Gegner damit auf. Denn selbst wenn bis zu diesem Zeitpunkt bei denen eigentlich nichts zusammenlief, merkte man, dass die trotzdem noch ihre Chance witterten, nicht aufgaben.

Es kam wie es kommen musste und wir fingen uns kurz vor dem Halbzeitpfiff noch den Anschlusstreffer zum 1:2.

Nach Wiederanpfiff das selbe Bild. Wir bekamen die Löcher nicht gestopft, die der anrennende Gegner riss und ein Ball – der weder eine Flanke, noch ein Schuss war (jedenfalls nicht im Sinne der Erfinder von Flanken und/oder Schüssen) senkte sich irgendwie in unser Netz. 2:2. Regen. Nie wieder Handy-Wettervorhersagen!

Die Schlussphase erinnerte dann irgendwie an eine nervige Partie Scrabble: Keiner hat mehr so richtig was auf der Hand (x,ä,h,r), aber man spielt eben trotzdem weiter. Und auf einmal findet dann jemand noch den Joker unter einer Tüte Chips, nutzt ihn als ‚T‘ und zusammen mit dem ‚R‘ kann er dann an einem beidseitig offenen ‚O‘ tatsächlich noch ‚TOR‘ legen. Elfmeter für Herrensohr. Flach unten links. 3:2. Spiel gedreht. Abpfiff.

Was bleibt?

Es hat heute nicht sollen sein. Wir haben uns zwei Tore selbst ins Nest gelegt und speziell in der zweiten Halbzeit einfach kein Mittel mehr gefunden, um uns selbst aus diesem Dilemma zu befreien. Das kann passieren. Was soll’s. Nichtsdestotrotz müssen wir uns am kommenden Spieltag auf die Hinterbeine stellen und richtig Gas geben. Denn Quierschied ist nochmal ein ganz anderes Kaliber als Herrensohr. Da wird es nicht reichen, wenn später im Arbeitszeugnis steht: bemüht. Oder im Fortbildungs-Vokabular ausgedrückt: teilgenommen.

Aber die Geschichte lehrt: Wir können Tabellenführer. Letzte Saison sahen wir da immer gut aus. Altenwald träumt heute noch schlecht von uns, jede Wette.

Deshalb: Weiter machen. Wir können’s besser und werden’s auch wieder besser machen. Egal wie die Vorzeichen stehen und – vor allem – egal was wir für Wetter haben.

Tore: 0:1 Christian Hoffsteter (5.), 0:2 Christian Hoffsteter (30.), 1:2 (40.), 2:2 (55.), 3:2 (80.)

Es spielten: Tim Franz – Alexander Fisch – Michael Heinrich – Mathias Brocker – Sebastian Thiel – Ramon Bachmann – Philipp Thiel – Christoph Palz – Christian Hoffsteter – Peter Jungmann – Carlos Metz – Timo Wagner – Klaus Thiel

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