„Tach, Post!“

Liebes Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz,

ich möchte Dich (ich darf doch „Du“ sagen?) zuerst darauf hinweisen, dass ich Dir diesen Brief mit dem ausgestreckten Mittelfinger meiner rechten Hand schreibe.

Eigentlich hab‘ ich nichts gegen Dich. Vielleicht bist Du sogar ganz OK und wir würden uns unter anderen Vorzeichen sogar mal auf ein Bierchen treffen und nett plaudern. Vermutlich verrichtest Du sogar eine wichtige Arbeit, die ich für richtige hielte, wenn sie mich denn noch interessieren würde. Wir hatten gerade eben (ohne das Du davon aktiv weißt) einen eher schlechten Start und – das wiederum weißt Du bestimmt – der erste Eindruck ist ja meistens der Entscheidende.

Deine Internetpräsenz teilt mir auf Wunsch mit, dass Du nicht nur Vollzugs- und technische Fachbehörde bist, Nein, Du bist auch noch für spezielle Dienste wie z.B. die radiologische Überwachung zuständig und nebenbei schaffst Du es sogar noch Genehmigungslotse und vieles mehr zu sein.

Ich finde Deine Vielseitigkeit ja wirklich prima und bewundernswert, ehrlich, beide Daumen hoch dafür (im Moment geht das aber leider nicht, s. Einleitung).

Aber für mich bist Du seit eben eigentlich nur eines: Im Weg!

Wenn ich auf dem Feld laufen gehen will, muss ich mich damit abfinden, dass mir Leute entgegenkommen, dass da Traktoren und von mir aus sogar Autos fahren (die das dürfen) und dass die Wege nicht immer schmutzfrei und völlig gleichmäßig sind. Damit hab‘ ich kein Problem, so ist das auf öffentlichen Flächen und ich find’s eigentlich sogar gut, dass ich nicht alleine auf der Welt bin. Aber weißt Du was mich wirklich ärgert?

Wenn Du Dein Auto mitten auf den (einzigen) Weg stellst.

Ja, ehrlich. So, dass sonst niemand mehr diesen Weg nutzen kann. Die Spaziergänger und Jogger müssen ins Feld eines Bauern ausweichen, die Radfahrer auch, wahrscheinlich sogar andere Autos, sofern sie es denn können. (Von den vielen Senioren mit Gehhilfen will ich jetzt mal fairerweise gar nicht reden, ich hab nämlich – zu Deinem Glück – keine in der Nähe gesehen)

Wäre es denn so schlimm gewesen, 50m weiter unten auf dem abzweigenden und kurz darauf endenden Feldweg zu parken? Hätte Dir das Schmerzen bereitet oder Dich gar von Deiner Arbeit abgehalten? Dich derart eingeschränkt, dass die folgende Einschränkung der Allgemeinheit ein probates Mittel war?  Wo warst Du überhaupt? Ich hab Dich jedenfalls nirgends erblicken können – und man sieht da recht weit. Wenn ich Dich gesehen hätte, müsste ich jetzt nämlich nicht an der Tastatur sitzen und meinen Mittelfinger malträtieren.

Jedenfalls möchte ich Dich höflichst darum bitten, beim nächsten Mal NICHT den gesamten Weg als Parkplatz zu nutzen. Er gehört Dir nämlich nicht und auch Du bist nicht alleine auf dieser Welt. Oder im kleineren Rahmen, wir wollen’s ja nicht übertreiben: Du bist nicht alleine, auf diesem UNSEREM Feld.

Hochachtungsvoll und noch ungeduscht

Dein Timmy, Sozialromantiker h.c.

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