N° Pourtour Debout

Wenn man(n) keinen Hallenfußball mag, nichtssagende Testspiele auf dem im ehemaligen Tittensender deutschen Sportfernsehen zum Gähnen findet und selbst zu faul zum Kicken ist, bleibt in der Tristesse der deutschen Winterpause eigentlich nur der Gang ins benachbarte Ausland.

9. Runde des Coupe de France 2011
US Forbach Football vs. LOSC Lille Métropole

Platz 7 der fünften französischen Liga (Championnat de France Amateur 2, Groupe C) gegen den amtierenden Herbstmeister aus der Ligue 1.

Also nach der Frühschicht schnell in die heimische Höhle, dort kurz unter fließend Wasser gestellt, die Wegzehrung (Bier? Bier!) aus dem Kühlutensil gefischt und anschließend mit dem einzig verbliebenen Mitstreiter den Weg gen Grenze in Angriff genommen.

Trotz des in Frankreich üblichen etwas chaotischen Verkehrs, kurz vor Spielbeginn noch einen guten Parkplatz in der Nähe des „Stade du Schlossberg“ gefunden und die letzten paar hundert Meter zu Fuß bewältigt.

Am Stadion angekommen passierte dann das Übliche. Da ändert sich (grenzübergreifend) in diesem Leben wohl auch nix mehr dran. Jeder kann an den Securitys vorbeilaufen, kein Problem: „Bitte gehen sie weiter, schön das sie da sind“, aber mich muss man von oben bis unten filzen, natürlich auch mit Metalldetektor… „gummo do hinne der, der hat e Kapp ahn“, usw.

Hinter den Kontrollen gab es dann aber erstmal eine Brioche für umsonst, fand ich gut, Entschuldigung angenommen:-)

S’ils n’ont plus de pain, qu’ils mangent de la brioche

 

Das Stadion an sich ist dann eigentlich ein ganz netter Ground. Eine überdachte (Haupt-) Tribüne, eine Gegengerade und eben Stehplätze irgendwo überall in der Peripherie. Wir haben uns natürlich für die Steher entschieden und uns hinter dem Tor auf der Seite der angrenzenden Volkshochschule postiert.

Aufgrund des sichteinschränkenden Zaunes und der zwischen Stehplatz und Spielfeld befindlichen Laufbahn waren das keine besonders guten Plätze, aber es hat gereicht.

Der Gästesektor befand sich schräg gegenüber von unserem Standort und hat (nicht nur mich) das gesamte Spiel über kollektiv enttäuscht. Da kam gar nix, weder optisch noch akustisch. Keine Bewegung, kein Support. Ich mein, warum reist man gut 400km für ein Spiel seiner Mannschaft, um es sich dann (nahezu) schweigend anzusehen? Den neben dem eigentlichen Block befestigen Zaunfahnen nach zu urteilen, war zumindest eine Gruppe anwesend von der man schon ein bißchen Action hätte erwarten können… Aber Schwamm drüber, vielleicht  gab es ja auch (gute) Gründe, ich kann’s mir zwar nicht vorstellen, aber ich weiß es auch nicht.

Vom Heimpublikum war natürlich kein geballter Support zu erwarten, aber für die Verhältnisse fand ich den eigentlich noch ganz OK. Schön spielbezogen, wenn die eigene Mannschaft mal den Ball (länger) hatte (was selten vorkam), oder bei Standards ist es durchaus auch mal etwas unruhiger und lauter geworden. Dazwischen natürlich auch mal ein paar Schmähgesänge und Pfiffe für die Gegner und vereinzelt auch mal ein „Allez Forbach!“-Schlachtruf. Wie gesagt, für die Verhältnisse durchaus brauchbar.

Zum Spiel selbst gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Außer vielleicht: Grottenkick.

Die eine Mannschaft konnte, wollte aber nicht und umgekehrt.

Aus der ersten Halbzeit blieb mir eigentlich nur eine Szene in Erinnerung, als der Towart von Forbach einmal stark reagierte und somit einen frühen Rückstand seines Teams verhinderte. Ansonsten viel Gebolze, wenig Substanz, typischer Pokalkick der Marke David gegen Goliath. Viel mehr gibt es zum gesamten Spiel eigentlich auch nicht zu sagen. Für die eine Seite war es wohl ein letztlich gelungener Test für die anstehende Rückrunde und für die Forbacher das Spiel des Jahres, indem sie sich – ihren Möglichkeiten entsprechend – recht gut verkauft haben. Nicht mehr, nicht weniger.

Der Vollständigkeit halber, hier dann mal noch die Torschützen:

0:1 – Hazard (38.)

0:2 – Chedjou (48.)

0:3 – Gervinho (73.)

1:3 – Errai (90+1, FE)

Karten gab es – soweit ich mich erinnere – keine.

Blick zur Haupttribüne

Auf dem Rückweg zum Transportmittel haben wir dann noch mehreren Gendarmen das Ergebnis mitgeteilt (en francais) und auf den Straßen Frankreichs anschließend noch einige Schlaglöcher der Marke „könnte mal ein Tauchparadies werden“ mitgenommen.

Grundsätzlich war’s eine recht höhepunktarme Tour, da hatten wir definitiv schon bessere, aber ich will jetzt auch nicht unbedingt sagen: C’était en-dessous de tout…

Oder doch?

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